MANAGEMENT BRIEF / TRUST BOUNDARIES
Pipeline & Sicherheitsmodell
Ein visueller Kanal besteht aus mehreren unabhängigen Kontrollen. Vertraulichkeit, Fehlerkorrektur, Echtheit und optische Robustheit müssen getrennt beurteilt werden.
Was AES schützt
Das bereits codierte 256-Bit-Wort wird mit einem gleich langen AES-CTR-Keystream verknüpft. Schlüssel und IV müssen beim Empfänger identisch sein. Im Labor werden 32 Schlüsselbytes und 16 IV-Bytes verwendet.
c′ = c ⊕ s
c = c′ ⊕ s
Der öffentliche IV ist kein zweiter Schlüssel. Eine IV-Wiederverwendung mit demselben Schlüssel kann Beziehungen zwischen Nachrichten offenlegen. Die vorgegebenen deadbeef-Werte sind absichtlich reproduzierbare Testparameter.
Was Turbo und CRC leisten
Turbocode mit Rate 1/2 fügt Redundanz hinzu, um aus unsicheren Bildbeobachtungen die ursprüngliche Nachricht zu schätzen. CRC16 dient zur Fehlererkennung. Sie authentifiziert weder Absender noch Inhalt.
R = 128 / 256 = ½
Netto-Nutzrate = 112 / 256 = 43,75 %
Die Netto-Bildrate beträgt 112/(256·256) ≈ 0,00171 Nutzbits pro Bildpixel. Die 1.572.864 RGB-Bits sind keine gleich große geheime Payload.
Warum der Empfänger Softwerte verwendet
Ein Analyzerwert ist eine logarithmische Präferenz für ein Bildbit. Sein Vorzeichen liefert eine Entscheidung, sein Betrag die Konfidenz. Vorzeitige harte Entscheidungen würden diese Information verlieren. Die AES-Umkehr wird deshalb direkt in den Softwerten berechnet.
Lᵢ = (2sᵢ − 1)ℓᵢ = log P(cᵢ=0 | Bild) / P(cᵢ=1 | Bild)
Der Turbo-Decoder verwendet vollständige Log-MAP/BCJR-Rekursionen über zwei terminierte 8-Zustands-RSC-Komponenten. Nach jeder Iteration wird die CRC geprüft; maximal 16 Iterationen. Es wird kein vereinfachter Max-Log-Decoder eingesetzt.
Steganografie und optischer Kanal
Das Token transportiert eine Nachricht in den generierten Bildmerkmalen. Es wurde in diesen Versuchen nicht bewiesen, dass ein Beobachter die Existenz des Kanals nicht erkennen kann. „Steganografisch“ bedeutet hier den gewählten Transportmechanismus, keinen formalen Unauffälligkeitsnachweis.
Fotografieren und Drucken führen zu Geometrie-, Farb- und Frequenzänderungen. Ein Netz, das isolierte Pixelfehler korrigiert, ist damit nicht automatisch gegen Blur oder Druckraster robust. Perspektivkorrektur und Farbkalibrierung sind Vorverarbeitung; verloren gegangene Bilddetails werden dadurch nicht wiederhergestellt.
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