THEORIE / ENTSCHEIDUNGSGRUNDLAGEN

Was dieser Kanal leistet

Die Klasse einer Glyphe bleibt sichtbar, während ihre individuellen Striche die latente Nachricht tragen. Der Kanal verbindet generative Bildsynthese, neuronale Rückschätzung und Fehlerkorrektur.

Binäre Latents im Generator

Der Generator wurde mit 64-dimensionalen Latentvektoren trainiert. Für den Binärkanal werden deren Vorzeichen auf feste Beträge gesetzt.

a = E|N(0,1)| = √(2/π) ≈ 0,79788456
zᵢ = a·(2bᵢ−1)
G(z, Klasse) ∈ [−1,1]1×28×28

Die feste Amplitude ersetzt kein Training auf beliebige Druck-/Scan-Effekte. Ein trainierter Analyzer kann Vorzeichen falsch schätzen; die Redundanz soll diese Fehler auffangen.

Experimenteller verkürzter Turbocode

Die Vorlage verwendet einen CCSDS-inspirierten Code mit zwei 16-Zustands-Komponenten. Er ist ausdrücklich kein standardkonformer CCSDS-Frame oder CCSDS-Interleaver.

6·(102+4) = 636 Muttercodebits
636 + 4 wiederholte Systematikbits = 640
R = 102/640 ≈ 0,159375

Der feste Interleaver stammt aus NumPy-Seed 13100640 und wird als exakte Permutation mitgeliefert. Der Decoder ist ein Max-Log-MAP-Decoder mit 12 Iterationen und Dämpfung 0,8.

Softwerte und fehlende Authentizität

logit = log P(maskiertes Bit=1) / P(maskiertes Bit=0)
L = −logit·(1−2·mask)
BER = falsche Nutzbits / (102·B)

Diese App enthält keine eingebettete CRC, keinen MAC und keine Signatur. Bei einem falschen Schlüssel wird trotzdem ein Bitstrom erzeugt. Ob er die Originalnachricht trifft, kann nur gegen eine bekannte Referenz beurteilt werden. Ein lesbares Ergebnis ist kein Authentizitätsnachweis.

AES-128 bezeichnet die Schlüssellänge der verwendeten Primitive. Die Beschränkung auf 16 ASCII-Zeichen begrenzt den möglichen Schlüsselraum auf höchstens 112 Bit Zeichenentropie. Die Zufallstaste nutzt 62 sichtbare Zeichen, also rund 16·log₂(62) ≈ 95,3 Bit Auswahlentropie. Es findet keine Passwortableitung statt.

Die voreingestellten Zugangswerte sind öffentliche Testdaten. IV-Wiederverwendung mit demselben Schlüssel ist für vertrauliche neue Nachrichten ungeeignet.

Messung und Generalisierung

Die historischen Analyzerwerte stammen aus getrennten nativen Validierungsbildern, nicht aus einer beliebigen optischen Übertragung. Bitgenauigkeit eines einzelnen Zeichens und Fehlerfreiheit einer ganzen Nachricht sind unterschiedliche Größen.

Zeichenvektor korrekt ⇔ alle 64 Vorzeichen korrekt
Nachricht korrekt ⇔ alle 102·B Referenzbits korrekt

Gedruckte, fotografierte oder umformatierte Briefe benötigen eigene Ausrichtung und Messungen. Die jetzige Analyse verwendet das bekannte Seitenraster. Die hier dokumentierten Referenzvergleiche beweisen weder OCR-Fähigkeit noch Unauffälligkeit gegenüber Steganalyse.